Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds
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Weitere Fürsorge für NS-Opfer: Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds hat über 240 000 Euro an Überlebende der NS-Verfolgung in der Tschechischen Republik ausgezahlt

 

(Prag) Fast tausend Bürger der Tschechischen Republik, die während des Zweiten Weltkriegs vom nationalsozialistischen Regime verfolgt wurden, haben im letzten Jahr finanzielle Unterstützung erhalten. Sie stammt aus dem Nachlass eines privaten deutschen Spenders. Die Summe in Höhe von über 240 000 Euro wurde dank des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und der Organisation Živá paměť (Lebendige Erinnerung) verteilt.

„Dank solcher Gesten und weiterer Zahlungen für Überlebende kann ich mir trotz der Nachwirkungen der nationalsozialistischen Verfolgung ein selbständiges und würdiges Leben leisten. Ich glaube, in Deutschland gibt es immer noch ein Schuldgefühl für die Gräueltaten, die während des Zweiten Weltkrieges begangen wurden. In gewisser Weise bewundere ich es, dass die heutigen Deutschen nach wie vor an die Überlebenden denken“, sagt Eva Pokorná (geb. 1929), ehemalige Gefangene im Konzentrationslager Auschwitz und eine der Empfängerinnen der Spendenzahlung.

Die Spende kommt aus dem Nachlass von Wolfgang Reinhard Storch, eines ehemaligen hochrangigen Politikers der Westberliner SPD. Er legte in seinem Testatment fest, dass der Großteil seines Vermögens noch lebenden NS-Opfern zukommen solle.

Die Übermittlung der einmaligen finanziellen Spende ist bei weitem nicht die einzige Aktivität des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds zugunsten von NS-Opfern. Der Stiftungsfonds, der 1997 gegründet wurde, um die Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Tschechen zu fördern, hat sich in den ersten Jahren seiner Existenz insbesondere um die Entschädigung von NS-Opfern gekümmert.

Mehr als 7.000 ehemaligen Gefangenen in Konzentrationslagern und Opfern von Rassenverfolgung zahlte der Fonds aus eigenen Mitteln insgesamt über 45 Millionen Euro. Weitere 8 Milliarden Kronen verteilte er an 87.000 Menschen, die während des Krieges zur Zwangsarbeit in der deutschen Wirtschaft eingesetzt wurden.

Eine Reihe von Projekten, die der Zukunftsfonds gegenwärtig fördert, erinnert nicht nur an die Gräuel der NS-Diktatur, sondern setzen sich auch mit deren Bedeutung für unsere heutige Gesellschaft auseinander. So förderte der Zukunftsfonds in jüngster Zeit etwa die Sanierung jüdischer Grabsteine auf dem Friedhof in Terešov bei Rokycany oder die deutsche Übersetzung und Herausgabe von Texten von Milena Jesenská; aber auch ein gemeinsames Projekt von Gymnasialschülern aus Hersford und dem tschechischen Litoměřice, bei dem diese sich mit Möglichkeiten für Widerstand gegen das NS-Regime auseinandersetzten und sich die Frage stellten, was es in der heutigen Zeit bedeutet, hinter seiner Meinung zu stehen.

Die gemeinnützige Organisation Živá paměť (Lebendige Erinnerung), die mit der Auszahlung der Gelder an noch lebende NS-Opfer in der Tschechischen Republik betraut wurde, entstand im Jahr 2003 im Rahmen des Büros für NS-Opfer des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds. Ihre Aufgabe ist es, das gemeinsame Vermächtnis der von den totalitären Regimen Verfolgten zu pflegen und entsprechende Informations-, Bildungs- und Dokumentationsaktivitäten zu entwickeln. Weiter berät und unterstützt die Organisation Personen, die von totalitären Regimen, insbesondere dem nationalsozialistischen, verfolgt wurden und vermittelt nicht zuletzt den Dialog zwischen der jungen Generation und den letzten noch lebenden Zeugen der NS-Verfolgung.

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