Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds
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Tschechen und Deutsche retten gemeinsam 30 verfallene Kulturdenkmäler

Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds unterstützt 107 neue Projekte, Schwerpunkt liegt auf Denkmalpflege

 

Pressemitteilung, 13. Dezember 2017

 

(Prag) Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds (DTZF) hat am Mittwoch in Prag grünes Licht für die Förderung von weiteren 107 deutsch-tschechischen Projekten gegeben. Der Verwaltungsrat des DTZF bewilligte dafür Fördermittel in Höhe von knapp 805.000 Euro.

Ein großer Teil des Fördervolumens, rund 325.000 Euro entfiel auf Projekte aus dem Bereich Denkmalpflege. „Wir freuen uns, dass der Enthusiasmus zum Erhalt des gemeinsamen Kulturerbes auf beiden Seiten der Grenze nach wie vor groß ist“, unterstrich Kristina Larischová, die stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende des Zukunftsfonds. „Dies spiegelt sich auch im zurückliegenden Jahr in der Bandbreite der beantragten Projektvorhaben wider, die von klassischer Denkmalpflege bis hin zu Workshops für die breitere Öffentlichkeit reicht“.

Der Verwaltungsrat hat in seiner Dezember-Sitzung zugleich die Geschäftsführer des Sekretariats des Zukunftsfonds für die neue Amtsperiode ernannt. Für die tschechische Seite bleibt der bisherige tschechische Geschäftsführer Tomáš Jelínek im Amt. Auf deutscher Seite übernimmt die bisherige Verwaltungsratsvorsitzende Petra Ernstberger das Amt und löst im neuen Jahr Joachim Bruss ab.

 

Auswahl aktuell bewilligter Projekte:


Erneuerung des Kirchturms St. Nikolaus in der Gemeinde Šitboř (Schüttwa)

Die gotische St. Nikolauskirche in Šitboř (Ortsteil der westböhmischen Stadt Poběžovice) ist nicht nur einer der ältesten Sakralbauten der Region, sondern steht zugleich symbolkräftig für die Jahrhunderte alte gemeinsame Geschichte von Tschechen und Deutschen. Der örtliche Verein Mikuláš engagiert sich seit Jahren gemeinsam mit der Stadt Poběžovice und ehemaligen deutschen Landsleuten für die Rettung dieses Havarie gefährdeten Kulturdenkmals und plant jetzt die Instandsetzung und Überdachung des Kirchturms.
Auf dem angrenzenden Friedhof restaurierte der Verein zuvor bereits aus eigener Kraft Grabsteine ehemaliger Bewohner. Weiter ist die Aufstellung einer Statue von Jan von Šitboř (Johannes von Schüttwa) geplant, der hier geboren wurde und als Johannes von Tepl oder Johannes von Saaz, Autor des Werkes „Der Ackermann aus Böhmen“, bekannt ist.
Die Enthüllung der Statue im Juni 2018 ist als gemeinsames deutsch-tschechisches Ereignis geplant, zu dem eine größere Zahl deutscher Landsleute erwartet wird.

Der Zukunftsfonds bezuschusst das Projekt mit 600.000 CZK.

 

Rettungsarbeiten an beschädigten oder erodierten Grabsteinen des neuen jüdischen Friedhofs in Horažďovice (Horaschdowitz)

Mit seinen über 400 kostbaren Grabsteinen aus unterschiedlichen Epochen – Klassizismus, Barock, Neugotik – stellt der jüdische Friedhof von Horažďovice (Horaschdowitz) ein eindrucksvolles Zeugnis für die Geschichte der jüdischen Gemeinde von Horažďovice sowie das religiöse Kulturerbe der Region dar. Seit fünfzehn Jahren bemüht sich die Föderation der jüdischen Gemeinden in der Tschechischen Republik um die allmähliche Rettung und Wiederherstellung dieses buchstäblich im Verfall begriffenen kulturellen Erbes.
Konkret handelt es sich bei diesem Projekt um die Reparatur, Stabilisierung bzw. Wiederherstellung von Grabsteinen, die in ihrem jetzigen Havarie-Zustand ein Sicherheitsrisiko für die Besucher des Friedhofs darstellen.

Der Zukunftsfonds bezuschusst das Projekt mit einer Fördersumme von 300.000 CZK.

 

Workcamp Omnium 2018

Mit mehreren 4-5tägigen Workcamps sucht der Verein Omnium in Zusammenarbeit mit verschiedenen Freiwilligenorganisationen aus Deutschland eine breitere Öffentlichkeit für die Denkmalpflege zu gewinnen.

Ziel der Workcamps ist es, insbesondere Jugendliche auf beiden Seiten der Grenze miteinander zu vernetzen, die am gemeinsamen deutsch-tschechischen Kulturerbe interessiert sind, aber noch wenig Erfahrung im Bereich der Denkmalpflege gesammelt haben. Gemeinsam werden sie an ganz konkreten Objekten kleinere Instandhaltungsarbeiten vornehmen, um so eine eigene Beziehung zu dem verfallenden gemeinsamen Kulturerbe herzustellen. Im Einzelnen handelt es sich dabei um folgende Standorte/Objekte: Krásná Loučka bei Krnov (Friedhof), Nové Domky bei Rozvadov und Umgebung (Kirche, jüdischer Friedhof), Hrobčice und Chouč (2 Kirchen), die Broumover Gegend (kleine Bauten in der Region).

Der Zukunftsfonds bezuschusst das Projekt mit einer Fördersumme von 80.000 CZK.

 

Einfach Leute kennenlernen

Während die Brücke/Most-Stiftung ihre langjährige Tätigkeit vorerst ruhen lässt, arbeitet der neu gegründete gemeinnützige Verein Pragkontakt z.s. auf Hochtouren daran, das bisherige Angebot der Stiftung in Prag aufrechtzuerhalten und weiterhin deutsch-tschechische Begegnungen und Sprachanimationen für deutsche Schulklassen zu organisieren. Neben historischen Themen aus der gemeinsamen Vergangenheit widmen sich diese auch aktuellen Fragen wie etwa den Gefahren von Rechtsextremismus.  

Der Zukunftsfonds unterstützt den Verein in seiner Anfangsphase mit der Förderung von 12 eintägigen thematischen Begegnungen, 10 Begegnungen mit Zeitzeugen und einer einwöchigen Begegnung "Samtene Fastnacht". 

Die finanzielle Förderung des Zukunftsfonds für dieses Projekt beträgt 550.000 CZK.    

 

Fakt oder Fake?

Das vorliegende Projekt greift das „Thema des Jahres“ auf, das der Zukunftsfonds für das Jahr 2017 ausgerufen hat: “Medien.Kompetenz.Fördern. Differenzierte und kritische Auseinandersetzung mit Nutzung, Konsum und Wirkung von Medien“.
Im Rahmen ihrer langjährigen Schulpartnerschaft planen zwei Berufsschulen aus Frýdek-Místek und Gelnhausen zwei einwöchige Begegnungen von je 15 deutschen und 15 tschechischen Jugendlichen, bei denen die Frage nach der Glaubwürdigkeit von Informationen in deutschen und tschechischen Medien thematisiert wird. Mit fachlicher Unterstützung der tschechischen Medienkompetenz-Initiative "Wähl deine Informationen" ("Zvol si info") sowie der NGO "Mensch in Not" (Člověk v tísni) lernen die Schüler, Informationen selbstständig und kritisch zu hinterfragen und werden so für die Verbreitung von Fake News und Cyber-Mobbing sensibilisiert.

Der Zukunftsfonds unterstützt das Projekt mit einer Summe von 237.000 CZK.   

 

Ein Stück: Tschechien 2018 Festival tschechischer Gegenwartsdramatik in Berlin

Mit der Biennale „Ein Stück: Tschechien“ will der Berliner Verein Drama Panorama: Forum für Übersetzung und Theater e. V.  in Zusammenarbeit mit dem Tschechischen Zentrum Berlin die Präsentation von tschechischer Gegenwartsdramatik in Berlin langfristig etablieren. Die Veranstalter reagieren damit auf die Entwicklung, dass es in Tschechien eine neue Generation von Theaterautoren gibt, deren Stücke für den gesamteuropäischen Raum relevant sind, die jedoch über Tschechien hinaus kaum wahrgenommen werden.

Im Rahmen der Theater-Biennale 2018 sind neben drei szenischen Lesungen zwei Gastspiele von preisgekrönten Inszenierungen aus Tschechien in Berlin geplant: Das Theater Divadlo Letí gastiert in Berlin mit dem Stück „Olga: Horrory z Hrádečku“ (Olga: Horrorszenen aus Hrádeček); und das Prager Theater Studio Hrdinů präsentiert in Berlin das Stück „Herec a truhlář Majer mluví o stavu své domoviny“ (Der Schauspieler und Tischler Majer spricht über den Zustand seiner Heimat).

Die Unterstützung des Zukunftsfonds für dieses Projekt beträgt 12.000 Euro.   

 

So macht man Frühling#2 Deutsch-tschechisches Kulturfestival in Bremen

Mit dem Kulturfestival „So macht man Frühling“ verfolgt das 2017 gegründete „Bremer Bündnis für deutsch-tschechische Zusammenarbeit“ das Anliegen, zeitgenössische Impulse aus der tschechischen Kulturlandschaft einem Bremer Publikum nahezubringen.
Anknüpfend an das erfolgreiche Konzept des ersten Jahrgangs, der zu den Vorzeigeprojekten des Deutsch-tschechischen Kulturfrühlings 2017 zählte, bieten die Veranstalter erneut ein genreübergreifendes Programm mit Lesungen, Ausstellungen, Theater, Konzerten und Diskussionen. Den thematischen Schwerpunkt bilden dabei die historischen Jubiläen der Jahre 1918 (Gründung der Tschechoslowakei) und 1968 (Prager Frühling), vor deren Hintergrund auch die aktuellen deutsch-tschechischen Beziehungen beleuchtet werden.  

Die Unterstützung des Zukunftsfonds für dieses Projekt beläuft sich auf eine Summe von 15.000 Euro.

 

Musik Brücke Prag - Dresden 2018 / 10 JAHRE DES BESTEHENS / Februar - April 2018

Seit mittlerweile zehn Jahren steht die Musikbrücke Prag-Dresden für den aktiven Austausch zwischen Musikern, Ensembles und künstlerischen Institutionen aus beiden Ländern.
Durch die bewusste Anknüpfung an die musikalische Tradition, die Prag und Dresden verbindet, sowie dank der erstklassigen Darbietung von zum Teil noch unbekannten Kompositionen hat sich die 2008 von dem Dirigenten Václav Luks und seinem Ensemble Collegium 1704 begründete Konzertreihe zu einem Grundpfeiler der deutsch-tschechischen Musikbeziehungen entwickelt.
Der Zukunftsfonds hat das Projekt von Beginn an gefördert und unterstützt auch die für das Jubiläumsjahr geplanten sieben Konzerte unter Beteiligung von über 100 tschechischen wie deutschen Musikern und Sängern in Dresden und Prag.
Höhepunkt des Programms im zehnten Jahrgang der Musikbrücke ist die Aufführung des "Messias" von Georg Friedrich Händel im Prager Rudolfinum sowie in der Dresdner Annenkirche.

Der Zukunftsfonds bezuschusst das Projekt mit einer Fördersumme von 300.000 CZK.


 


Weitere Informationen und Kontakt:

Silja Schultheis
Mail: silja.schultheis@fb.cz
Tel: +420 283 850 512
GSM: +420 737 505 790
www.zukunftsfonds.cz


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